Methoden zur Überwindung kognitiver Barrieren
Worum geht’s?
Nicht alle Menschen können gut lesen oder eine Computermaus bedienen. Es besteht also eine hohe Wichtigkeit, Menschen mit Lernschwierigkeiten, alte Personen und Menschen mit geistig-seelischen Beeinträchtigungen an Medien teilhaben zu lassen. Dabei hilft ein strukturiertes Layout sowie vereinfachte Sprache.
Menschen mit Lernschwierigkeiten
%
Menschen auf dem Leseniveau von 10-Jährigen
…lebten 2019 laut der »Schwerbehindertenstatistik« von dem Statistischem Bundesamt und der Studie »Programme for the International Assistent of Adult Competencies« in Deutschland.
Barrierefreies Layout
Ein strukturiertes Layout und eine gute Usability verhelfen unter anderem sehbehinderten und blinden Nutzer*innen, Menschen mit eingeschränkter Fingermotorik, aber auch alten Personen zu einem barrierefreien Genuss digitaler Inhalte.
Die Ursachen für eine eingeschränkte Finger- oder Handmotorik sind vielfältig: Rheuma, Gicht, Multiple Sklerose oder Arthritis sind Beispiele. Um Menschen mit diesen Einschränkungen den barrierefreien Zugang von Websites zu sichern, muss es unterschiedliche Möglichkeiten der Navigation geben. Nicht alle Menschen können eine Computermaus bedienen, so auch blinde Nutzer*innen. Daher müssen Websites und Dokumente so gebaut werden, dass sie auch über Tastatur gesteuert werden können. Für eine effiziente Tastaturbedienbarkeit muss auf statischen Seiten wenig beachtet werden, sofern ein lineares HTML-Gerüst angewandt wird. Umso dynamischer Webauftritte gestaltet werden, desto mehr muss die Bedienbarkeit durch unterschiedliche Eingabemethoden kontrolliert werden.
Neben der Navigation ist auch die Orientierung auf der Website von großer Bedeutung. Daher sollten bei der Tastaturnutzung fokussierte Elemente hervorgehoben werden, beispielsweise durch einen Farb-, Schriftschnitt- oder Größenwechsel. Dies hilft, da kein Cursor einen Anhaltspunkt über die Position auf der Seite geben kann.
Die Skalierbarkeit der Website stellt einen weiteren großen Vorteil dar, weil viele Personen auf eine mögliche Vergrößerung angewiesen sind. Wenn dabei Inhalte überlappen oder unlesbar werden, sind sie nicht mehr zugänglich. Responsive Design ist somit ein wichtiger Teil der Barrierefreiheit.
Einige der genannten Punkte können nur über Programmierung erreicht werden, sollten jedoch auch bei der Konzeption und Gestaltung von Websites mitgedacht werden, wenn beispielsweise Prototypen angefertigt werden.

Leichte Sprache

»Leichte Sprache« ist eine maximal verständliche Sprache, welche die Selbstbestimmung und Informationssuche von Menschen mit Behinderungen verbessern soll. Die Sprache folgt konkreten Regelwerken, welche 17 Regeln gemein haben. Diese sind in der nebenstehenden Grafik zusammengefasst, um einen Eindruck von Leichter Sprache zu geben.
Um Texte als »Leichte Sprache« zu deklarieren bedarf es eines Zertifikats. Die Übersetzungen sind aufgrund der detailreichen Regeln nicht ohne Weiters umzusetzen, weswegen eine professionelle Übersetzung genutzt werden sollte.
Einfache Sprache
Zwar existiert in Deutschland kein gesetzliches Niveau-Stufensystem von Sprache für verschiedene Zielgruppen, jedoch ist der Bedarf vorhanden.
»Einfache Sprache« ist neben der Leichten Sprache eine weitere sprachlich vereinfachte Form der Standardsprache oder Fachsprache. Der Sprachstil ist einfacher, klarer und verständlicher, jedoch komplexer als jener der Leichten Sprache. Einfache Sprache ist ein guter Mittelweg, um mit geringem Aufwand möglichst viele Menschen zu inkludieren.
Einfache Sprache folgt im Kontrast zur Leichten Sprache keinen konkreten Regeln, ist flexibel in der Anwendung und kann dadurch schnell erlernt und angewandt werden. Sie befindet sich im Spektrum zwischen der komplexen Fachsprache und der reduzierten Leichten Sprache. Somit kann sie je nach Zielgruppe und Textsorte komplexer oder einfacher ausfallen. Es kann kriterienorientiert dosiert werden, wie leicht verständlich der Text sein soll, indem die grundsätzlichen Regeln der Leichten Sprache bedacht werden. Dabei kann aktiv entschieden werden, welche Regeln im Kontext einen Mehrwert haben und welche eventuell nicht nötig sind, die Textästhetik stören oder eine Uneindeutigkeit erzeugen.
Um Texte als »Einfache Sprache« zu deklarieren bedarf es keiner Zertifikate.
